Haus am Meer / Theodor-Fischer-Institut

Haus am Meer: Nicole Epple, Belinda Hoffmann (IÖB/Prof. Schwarz)
Theodor-Fischer-Institut: Gerson Egerter, Signe Veinberga (IÖB/Prof. Schwarz)

Haus am Meer

Im Wintersemester 2019 / 20 stellt das Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen im Anschluss an die Algerienexkursion die Aufgabe auf einem prominenten Grundstück an der Meeresfront von Algier ein öffentliches Gebäude zu entwerfen, in welchem klassische sowie zeitgenössische Musik und Tanz zur Aufführung kommen können. Das Grundstück im Kontext der kolonialen Stadtstruktur knüpft mit dem „Palast des Rais“ direkt an den letzten verbliebenen Baustein der Kasbah an, welche vor der Kolonialisierung hier bis an die Küste reichte und die Kosarenkapitäne und ihr Gefolge beherbergte. Mit dem weiten Blick auf das Meer und einem direkten Zugang zum Strand kann der Entwurf die fantastische Lage Algiers genießen und auf verschiedenen Ebenen in Tradition und Moderne der maghrebinischen Kultur einbinden.

Das Projekt von Nicole Epple und Belinda Hoffmann positioniert sich als selbstbewusster Solitär an der Hafenmauer und richtet sein Hauptaugenmerk  auf die Nähe zum Meer und die Rolle der Öffentlichkeit in der algerischen Gesellschaft.

Kolonnadengänge an den Längsseiten des Gebäudes interpretieren die koloniale „front de mer“ und vermitteln gleichzeitig zwischen dem Niveau der Stadt und dem Strand. Sie führen in den Innenhof als Herzstück des Gebäudes. Dieser dient sowohl als Foyer und Verteiler für die Veranstaltungssäle, als auch als öffentlicher Platz und Freilichtbühne, die zu jeder Tageszeit benutzt und bespielt wird.

Die robusten Oberflächen aus Ziegel und Naturstein werden der exponierten mediterranen Lage gerecht und laden die algerische Gesellschaft zur intensiven Aneignung ein. Der Entwurf möchte einen Ort der Begegnung, Offenheit und Sicherheit schaffen, der die Kreativität der Künstler und Besucher fördert.

Theodor-Fischer-Institut

Das Stuttgarter Stadtbild ist durch Theodor Fischers Bauten aus den Jahren 1903-1909 geprägt. Als Vertreter der Übergangsgeneration zwischen Tradition und Moderne hatte er auch als Lehrer an der TH Stuttgart einen prägenden Einfluss. In zweiter Reihe hinter der Kulturmeile, wo verborgene Parklandschaft und urbaner Staßenraum aufeinandertreffen, soll im Sinne Fischers ein Gesellschaftshaus entstehen, in dem Bürger zu konzentrierter Beschäftigung und inspirierendem Austausch über Architektur und Kunst zusammen kommen.

Der Entwurf von Gerson Egerter und Signe Veinberga versucht durch die Setzung eines kompakten Baukörpers am Ende der Sichtachse vom Charlottenplatz, sowie der angrenzenden Vervollständigung des gerahmten Straßenraumes entlang des Hanges, klare Stadträume zu formulieren; zugleich wird zwischen den freistehenden Bauten ein subtiler Übergang in den rückseitigen Park geschaffen.

Die äußere Erscheinung des Gebäudes zeugt von einer großzügigen Öffentlichkeit. Im Inneren wird der Nutzer in einer Art „Raumplan“ durch eine szenografische Abfolge der vertikalen Bewegung durch das Haus geführt. Entlang dieses Weges verschränken sich große und kleinere Räume, wie halbprivate Ateliers ineinander. Die komplexe Raumfigur im Innern wird durch logisch platzierte Fenster nach außen abgebildet. 

Diese Arbeit entstand am IÖB unter Begleitung von Prof. Schwarz, Sebastian Fatmann und Robert Peter.

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