Bauen für eine offene Gesellschaft – Günter Behnisch 100 #guenterbehnisch100

27. Juli 2022

Zeit: 27. Juli 2022 – 3. Oktober 2022
Download als iCal:

Ort: Königstraße 1c (ehedem Karstadt Sport)
Dauer: 27. Juli – 3. Oktober
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10-20 Uhr
Sonn- und Feiertag 15-19 Uhr
Eintritt frei
Aktuelle Veranstaltungen und Führungen unter: www.guenterbehnisch.com

Oft als „Baumeister der Demokratie“ bezeichnet, war Günter Behnisch (1922–2010) dem
am Menschen als sozialem Wesen orientierten Bauen verbunden. Anlässlich seines
100. Geburtstags zeigt die von der Architektenkammer Baden-Württemberg initiierte und
durch die Baden-Württemberg Stiftung geförderte Jubiläumsausstellung in Stuttgart Leben
und Werk Günter Behnischs und seines, in unterschiedlichen Partnerschaften wirkenden Büros.
Die Ausstellung schöpft dabei aus dem umfangreichen „Werkarchiv Günter Behnisch & Partner“,
das als Schenkung an das saai übergeben wurde.
In sechs Kapiteln werden die wichtigsten Thesen seiner umfänglichen Entwurfsarbeit
nachgezeichnet. Die ausgewählten Projekte repräsentieren die ganze Bandbreite seines
Schaffens, das etwa 150 Gebäude umfasst: von Günter Behnischs Anfängen in Stuttgart,
wo er vor allem Schulgebäude entwarf und über modulare Typenfertigung zu offenen,
flexiblen Strukturen kam, über seine „Situationsarchitektur“ mit den Bauten für die
XX. Olympischen Spiele in München 1972 bis hin zur Auflösung von Ordnungen zugunsten
hierarchiefreier, Individualität ermöglichender Systeme. Die Ausstellung stellt die jewei-
ligen Schaffensphasen Günter Behnischs in den Kontext seiner Zeit. Günter Behnisch zeigte
architektonisch Haltung, aber auch in gesellschaftspolitischen Diskussionen wie in
Stuttgart über den Bau der Staatsgalerie oder in Berlin über die Bebauung rund um das
Brandenburger Tor. Auch in den Kontroversen um die Postmoderne, die „Macht der
Apparate“ oder um restaurative Tendenzen bezog er regelmäßig Position. Als Professor am
Lehrstuhl für Entwerfen, Baugestaltung und Industriebaukunde an der TH Darmstadt
(1967-1987) ermutigte er seine Studierenden zu Eigenständigkeit. Viele von ihnen arbeiteten
später in seinem Büro, brachten dort ihre Ideen ein und trugen sie nicht selten weiter, wenn
sie eigene Büros gründeten.


Behnisch hat das Bild der jungen Bundesrepublik entscheidend geprägt. Ihm gelang es
wie kaum einem anderen Architekten, den Wesenskern freiheitlicher, demokratischer
und humaner Grundsätze in Gebautes zu übersetzen. Der Wandel der Gesellschaft ist dabei
stets an seiner Architektur ablesbar. Die Themen, mit denen sich Günter Behnisch im
Rahmen seines architektonischen Wirkens zeitlebens auseinandersetzte, sind bis heute
aktuell und relevant.


Die Ausstellung ist ein Projekt der Architektenkammer Baden-Württemberg, konzeptioniert
und kuratiert von saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau am KIT in Karlsruhe und
Behnisch Architekten.


Gefördert durch die Baden-Württemberg Stiftung und unterstützt durch die LBBW
Immobilien
.

Zum Seitenanfang