Stuttgart – Baustellen und Bürokratie
Stuttgart ist derzeit eine Stadt im Dauerstau zwischen Aufbruch und Stillstand, so Prof. Martina Baum, Leiterin des Städtebau-Instituts an der Fakultät.
Stuttgart 21 wird frühestens 2030 fertig, doch das ist nur die bekannteste von vielen Baustellen. Die Innenstadt leidet unter leerstehenden Geschäften, Baulücken (z. B. das „Benko-Loch"), einer verwahrlosten Klett-Passage und bürokratischen Bremsern – allen voran dem Baurechtsamt mit teils über 90 Tagen Bearbeitungszeit für Genehmigungen.
Dennoch bleibt Stuttgart im Städtevergleich noch relativ attraktiv (Schulnote 2,4), und einige Großprojekte versprechen Besserung. Der Handel leidet aber spürbar, und Investoren beklagen mangelnde Kommunikation mit der Stadt.
Frau Prof. Martina Baum, Leiterin des Städtebau-Instituts der Universität Stuttgart, ist die prägnanteste kritische Stimme des Artikels. Sie mahnt eindringlich:
„Die Stadt muss agieren, bevor es zu spät ist."
Prof. Baum kritisiert, dass Stuttgart die Innenstadt zu sehr auf Konsum reduziert. Sie fordert konsumfreie Räume, mehr Aufenthaltsqualität und plädiert dafür, Bildungseinrichtungen, Bibliotheken und Teile der Universität zurück in die City zu holen – als Orte des Austauschs und der Begegnung. Als Vorbild nennt sie Karlsruhe.